Wahlfreiheit sichern

Hort oder Schule

Hannover – Die Stadt will in gro- ßem Umfang Hortplätze zugunsten einer Betreuung in Ganztagsschulen abbauen und Horte langfristig ganz abschaffen. Diese Absicht der Mehr- heitsfraktion aus SPD, Grünen und CDU („Ampel“) wurde am Montag im Jugendhilfeausschuss debattiert – und traf auf massive Kritik. Nicht nur seitens der Wohlfahrtsverbände, die das als Träger vieler Horte naturge- mäß sehr kritisch sehen. Auch die CDU und nicht zuletzt die AfD waren bei den Kritikern „Nicht alle Eltern und Schüler finden Ganztagsschulen so toll“, sagte AfD-Ratsherr Sören Hauptstein, Vor- sitzender des Ausschusses. Die Freiheit der Wahl zwischen Ganz- tagsschule und Hort müsse erhalten bleiben, um die Qualität in der Nachmittags- betreuung zu sichern, so Hauptstein.

“Was wohl-
klingend als ‘Qualitätsoffensive Grundschulkinderbetreuung’ daher- kommt, und wofür es auch durchaus diskutable finanzielle und organisa- torische Argumente geben mag, birgt aber auch die Gefahr einer to- talen Verschulung und Vereinnah- mung der Kinder“
, sagte Hauptstein dazu erläuternd am Rande der Sit- zung. „Den ganzen Tag Schule, das wollen nicht alle Eltern, und das wollen auch nicht alle Kinder.“

Hauptstein bezweifelte, dass es genü- gend qualifiziertes Personal für die Ausweitung des Ganztagsbetriebs ge- ben wird; schon jetzt gebe es dort nach seinen Beobachtungen Quali- tätsmängel. „Der Hort muss bleiben, solange Eltern und Kinder dies wol- len“, sagte Hauptstein. (afd/aup)

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